4 Mörderische Schwestern lesen in der Stadtbibliothek Dorsten


 

Worte in die Freiheit schicken
Vier Dorstener Autoren lasen im Baumhaus aus ihren sehr unterschiedlichen Werken    17.10.2013

 

http://www.cornelia-funke-baumhaus-dorsten.de/presse/forum/autorenforum.jpgDORSTEN. Neulinge sind sie nicht, die Literaten, die im Cornelia-Funke Baumhaus unter dem Titel „Newcomer-Lesung – Dorstener Autorinnen und Autoren“ aus ihren Werken lasen. Reinhart Zuschlag, Annerose Scheidig, Heidrun Bücker und Heike Wenig haben alle schon mehrere Bücher veröffentlicht und zahlreiche Lesungen veranstaltet.

 

Entsprechend professionell verlief die Veranstaltung in der vergangenen Woche, die, gekonnt und lebendig von Anke Klapsing-Reich moderiert, zahlreiche literaturbegeisterte Zuhörer angelockt hatte.

 

Für Reinhart Zuschlag war es ein Heimspiel, er war lange Jahre Leiter der Dorstener Stadtbibliothek, die damals noch in den Räumen des jetzigen Baumhauses beheimatet war. Der Lyriker ist weit über die Grenzen Dorstens hinaus bekannt und hat mit seinen Publikationen eine große Leserschaft erreicht. Seine neuesten Werke sind „Rastlose Wortarbeit“, „Schattenfäden – Lyrik und Prosa“ und „Wolkenstern Hoffnung“.

 

Annerose Scheidig ist mit ihrer Lyrik breit aufgestellt. Von tagesaktuellen Gedichten wie „Telefonterror“ und „Fitness beginnt im Kopf“ über humoristische Texte wie „Biergartenidylle“ reicht ihre Lyrik bis zu religiös verwurzelten Versen. Das von Bertolt Brecht inspirierte Gedicht „An die Nachgeborenen” verarbeitete sie als „An die Kinder der neuen Zeit” indem sie Missstände u. a. auf dem Arbeitsmarkt aufzeigt. Sie veröffentlicht neben Büchern auch kleine Geschenkbücher, die von ihrem Sohn, von Beruf Grafiker und als freischaffender Künstler tätig, illustriert sind.

 

Lyrik und Kurzprosa ist auch die Heimat von Heike Wenig, die aus ihrem gerade erschienenen Buch „Erdbeeren im Winter“ vorlas. Ihre Gedichte sind „erlebte Erinnerungen“, erklärte sie, „ich schreibe nicht, um gefällig zu sein, sondern um die Worte, die mein Unterbewusstsein zusammenfügt, in die Freiheit zu schicken.“ Ihre Geschichte „Das Mädchen mit den Knöpfen“ rührte die Zuhörer zu Tränen.

 

Heidrun Bücker wiederum ist in einem anderen Genre zu Hause, dem blutrünstigen Thriller. „Es macht Spaß, einen fiktiven Mord begehen zu können, die Bösewichte zu killen, wohlwissend, ich werde dafür nicht bestraft.“ Sie las aus ihrem Krimi „Spiel, Satz und Sieg.“ Ihr neuestes Werk mit dem Titel „Wenn der Morgen kommt“ erscheint Anfang Dezember, also noch rechtzeitig für den weihnachtlichen Gabentisch.

 

Sehr gekonnt wurde die Veranstaltung von dem Schüler Alexander Bach untermalt, der auf dem Keyboard meditative Stücke spielte.Werner Wenig

 

 

Zu Herzen gehende Texte
Weihnachtslesung des Literarischen Arbeitskreises im Cornelia Funke Baumhaus     
18.12.2012

 

http://www.cornelia-funke-baumhaus-dorsten.de/presse/veranstaltung/gedankensplitter.jpgSeine Weihnachtslesung veranstaltete der Literarische Arbeitskreis Dorsten am Freitagabend im Cornelia-Funke-Baumhaus. In gemütlicher Atmosphäre lasen Marga Belz, Rudolf Kowalleck, Sylvia Wenig, Hermann Kuhl und Heike Wenig unter dem Motto „Gedankensplitter“ Gedichte und Kurzgeschichten. Für musikalische Zwischentöne sorgte Rudolf Kowalleck mit Gitarre und Gesang. Nach der Pause gab es noch einen Überraschungsgast. Die erst elfjährige Renée Prigoda trug zwei selbst geschriebene Gedichte vor. Nach der Begrüßung durch Werner Wenig für den Literarischen Arbeitskreis und Anke Klapsing-Reich für den Baumhaus-Verein begann Marga Belz die Lesung mit Gedichten aus ihrem aktuellen Buch „Wie viel Farben hat der Tag?“

 

Die 87-Jährige war 1983 Gründungsmitglied des Literarischen Arbeitskreises und schreibt Gedichte sowohl über alltägliche Dinge in ihrem Leben als auch über aktuelle Ereignisse wie das Unglück der Costa Concordia.

 

Passend zur Adventszeit hatten die Autoren auch weihnachtliche Texte dabei. Besonders zu Herzen geht die auf eine wahre Gegebenheit beruhende Geschichte „Mein Weihnachtsengel“ von Rudolf Kowalleck. Die Lohntüte des Vaters geht verloren und es scheint, als müsse die Familie des jungen Rudolf das Weihnachtsfest ohne Braten und ohne Geschenke verbringen. Bis ein alter Mann auftaucht und das verlorene Geld abgibt. „Engel habe ich mir bisher immer anders vorgestellt“ beendete der Autor seine Geschichte. In der Pause fanden anregende Gespräche zwischen Zuhörern und Autoren statt, bevor es mit der Sechstklässlerin Renée Pigoda weiterging. Bereits die Oma der Waldorfschülerin, Hanna Sejkora, schreibt leidenschaftlich Gedichte und Kurzgeschichten und freut sich, dass ihre Enkelin in ihre Fußstapfen tritt. Hermann Kuhl und Heike Wenig beschlossen die gelungene Veranstaltung, und der Literarische Arbeitskreis blickt nun nach vorn ins neue Jahr. 2013 wird anlässlich des 30-jährigen Jubiläums zum dritten Mal der Dorstener Lyrikerpreis vergeben.

(Kathrin Kleine-Büning/Dorstener Zeitung 18.12.2012)

 

 

September 2011   Ida, Möwen und Tomaten
Zuhörer erlebten gelungene Lesung Dorstener Autorinnen und Autoren im Baumhaus

 

http://www.cornelia-funke-baumhaus-dorsten.de/presse/lesung/rp.jpgHumorvoll und historisch, lyrisch, lustig und besinnlich ging es bei der Lesung Dorstener Autorinnne und Autoren am Dienstlagabend im Baumhaus zu.

 

Sieben Vertreter des geschriebenen Wortes, allesamt aus der Lippestadt, traten an, um das Publikum mit Lyrik und Prosa in ihre "Tintenwelt" zu entführen. Mit trefflichen Worten spürte die Hardterin Gaby Poetsch dem "Tomatengeheimnis" nach, das den Konkurrenzkampf zweier Nachbarinnen "Wer hat den grünsten Daumen?" liebevoll aufs Korn nimmt.

 

Klaus Bieder, alias Rolf Wartenberg, stellte dem erheiterten Publikum mit hintersinnigen Humor Tante Ida vor, die schrullige Hauptheldin aus seinem Buch "Ida, eine westfälische Liebe".

 

Hermann Kuhl und Peter Bertram servierten ihren Zuhörern lyrische Kost. Während sich Peter Bertram als bekennender Heimatdichter seinen eigenen Reim auf Gott und die Welt macht, löst sich Hermann Kuhl auf seiner lyrischen Achterbahnfahrt von jeglicher irdischen Haftung: "Wartest du noch auf einen Prinzen, der dich rettet, oder springst du?"

 

Die lustigen Abenteuer von Trottellumme Melle, die von den Möwen Antje und Knüt großgezogen wird, legte Robert Gerling in der Lesung aus seinem ersten Kinderbuch "Melle von der Möweninsel" den Zuhörern ans Ohr.

 

Die Legende vom Wallmeister von Dorsten und dem Goethe-Besuch in der Lippestadt verarbeitete Heike Wenig auf unterhaltsame Weise in den beiden Kurzgeschichten, die sie vortrug. Historisch gib es auch in der Kurzprosa von Edelgard Moers zu: Sie "beamte" den jungen Barny aus der Heute-Zeit ins Dorstener Mittelalter, wo er gemeinsam mit wehrhaften Frauen erfolgreich die Stadt verteidigt.

 

Die Verschiedenheit der Autoren machte diese Lesung fürs Publikum besonders interessant. Es erlebte unterschiedlichste Herangehensweisen an Thematiken wie Mitmenschen, Liebe, Heimat, und erfuhr über die Gedichte, Kurzgeschichten und Romanauszüge viel über den Schreibenden.

 

Eine Fortsetzung dieses Abends ist geplant. Hobby-Autoren, die sich bisher nicht ins Rampenlicht getraut haben, soll Mut gemacht werden, ihre selbst verfasste Lyrik oder Prosa auf der Baumhaus-Bühne der öffentlichkeit vorzustellen.

 

Ralf Pieper/Dorstener Zeitung